Wir trauern um Sabine Balke-Estremadoyro
Mit großer Trauer und tiefer Dankbarkeit nehmen wir Abschied von Sabine Balke-Estremadoyro. Mit ihr verlieren wir eine der herausragendsten Persönlichkeiten der feministischen Archiv- und Forschungsarbeit – eine Visionärin, die die Geschichte von Lesben und Frauen sichtbar gemacht und nachhaltig geprägt hat. Sabine war Ideengeberin, Antreiberin und gestaltende Kraft hinter zentralen Infrastrukturen wie META und dem Digitalen Deutschen Frauenarchiv. Dass die Geschichte von Lesben und Frauen heute vernetzt, zugänglich und öffentlich präsent ist, ist wesentlich ihr zu verdanken. Mit außergewöhnlichem Weitblick und politischer Entschlossenheit hat sie die institutionelle Förderung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erkämpft – und damit die Grundlage geschaffen, auf der feministische und lesbische Wissensarbeit langfristig bestehen kann. Als Lesbe hat Sabine ihre Perspektive mit Klarheit und Selbstverständlichkeit eingebracht und dafür gesorgt, dass lesbische Geschichte ihren Platz bekommt – im Archiv, in der Forschung und in der Öffentlichkeit. Sabine war ihrer Zeit voraus. Sie verstand Archive als politische Orte – als Räume des Erinnerns, des Widerstands und der Zukunft.
Was bleibt, ist mehr als ihr Werk:
Es ist eine Haltung.
Ein Anspruch.
Eine Spur, die nachhaltig wirkt.
Für uns bei belladonna war Sabine eine unverzichtbare Verbündete und Wegbereiterin.
Wir werden sie sehr vermissen.
Unsere Gedanken sind bei ihrer Lebensgefährtin Maren Bock, ihrem Sohn Luis Freund, geb. Balke, ihrer Familie, ihren Freund*innen und allen, die ihr nahestanden.
Was sie aufgebaut hat, trägt uns weiter.
belladonna – Kultur, Bildung und Wirtschaft für Frauen e.V. Bremen